rothirschzeit*
alles ist, was ich fühle. dann sehe ich die dinge.
heute war ich bei hagen. sein sohn heisst auch hagen. er wohnt so wunderschön wie in einem roman.
der kleine hagen begrüsst mich auf der treppe sitzend mit seinen blonden haaren. hält ein handtelefon in beiden kleinen händen, für alle fälle. er lächelt ein bisschen, huscht in die wohnung. ein langer flur. viele zimmer auf beiden seiten.
der grosse hagen hat zwei blaue augen und eine kurze hose an. er redet viel und versucht ernsthaft komisch zu sein. er ist komisch. unheimlich. wir trinken grünen tee. der grosse hagen mag waffen.
der kleine hagen sitzt auf meinem schoss und will immer, dass ich meine hände um seinen bauch lege. es gefällt mir, dass er so frei ist und sich meiner nähe bedient.
weil der tee getrunken ist, gehe ich wieder. der kleine hagen winkt vertraut und schelmisch. der grosse hagen drückt meine hand fest.
bis gleich, sagt er. ich muss lachen.
draussen scheint die oktobersonne und der tag verspricht leichtigkeit.
später sitze ich auf den akademiebrettern in der nachmittagssonne. die hagenbegegnung erinnernd..
wie schön bin ich heute.